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Im Folgenden haben wir nach bestem Wissen, Antworten zu häufig gestellten Fragen zur aktuellen Handhabung der Zugangsvoraussetzungen zur Psychotherapieausbildung zusammengestellt. Bitte beachten Sie, dass unsere Auskünfte nicht rechtsverbindlich sein können. Für rechtsverbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an das Landesprüfungsamt in dem jeweiligen Bundesland, in dem Sie ihre Ausbildung absolvieren möchten (Liste der Landesprüfungsämter).

 


 

Wie viele ECTS im Fach Klinische Psychologie/Psychotherapie muss ich vorweisen, um die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/in zu erfüllen?

Bis zur Einführung der Bachelor-/Masterstudiengänge qualifizierte ein Diplomabschluss in Psychologie, bei dem das Fach Klinische Psychologie absolviert wurde, für die Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/in. Die Rahmenprüfungsordnung für Diplompsychologie sah für die Basisausbildung (nicht Vertiefung) in Klinischer Psychologie und Psychotherapie acht Semesterwochenstunden vor. Dies entspricht 12-16 ECTS. Dies kann jedoch lediglich als unverbindliche Orientierungshilfe bei der Studienplanung angesehen werden. Rechtlich verbindlich ist unseres Erachtens lediglich die Formulierung im Gesetz, nach der das Fach "Klinische Psychologie" Teil des Studiums sein muss. Dies kann dadurch nachgewiesen werden, dass im Diplomzeugnis dieses Fach erscheint (auch in der Kombination "Klinische Psychologie und Psychotherapie"); hinsichtlich des Masters sollte der Abschluss eines Moduls "Klinische Psychologie" rechtlich ausreichend sein. Dennoch wird von einigen Landesprüfungsämtern hier ein Mindestumfang (ab neun Studienpunkten) gefordert.

Muss das Modul Klinische Psychologie/Psychotherapie im Bachelor oder im Master belegt worden sein?

In der aktuellen Gesetzesgrundlage - dem Psychotherapeutengesetz - ist dies nicht explizit geregelt. Es liegt im Ermessen der Landesprüfungsämter zu entscheiden, ob es ausreichend ist, ein Modul im Fach Klinische Psychologie/Psychotherapie im Bachelor vorweisen zu können, oder ob das Modul Klinische Psychologie/Psychotherapie im Master absolviert worden sein muss. Auskünfte hierüber erhalten Sie beim Landesprüfungsamt des Bundeslandes, in dem sich das Ausbildungsinstitut, bei dem Sie sich bewerben möchten, befindet (Liste Landesprüfungsämter). Die meisten Landesprüfungsämter verlangen jedoch mindestens ein Modul Klinische Psychologie auch im Master.

Ich habe einen sechssemestrigen Bachelor und einen zweisemestrigen Master in Psychologie (z. B. in den Niederlanden) absolviert - also insgesamt acht Semester Psychologie studiert. Erfülle ich damit die Zulassungsvoraussetzungen zur Ausbildung zu

In der aktuellen Gesetzesgrundlage - dem Psychotherapeutengesetz - wird die Studienzeit nicht explizit ausgeführt. Deshalb liegt es im Ermessen der Landesprüfungsämter zu entscheiden, ob ein achtsemestriges Bachelor-/Masterstudium in Psychologie ausreichend ist. Einige Landesprüfungsämter fordern jedoch ein neunsemestriges Bachelor-/Masterstudium in Psychologie, da auch die Regelstudienzeit für den Diplomstudiengang Psychologie neun Semester betrug. Auskünfte hierüber erhalten Sie beim Landesprüfungsamt des Bundeslandes, in dem sich das Ausbildungsinstitut, bei dem Sie sich bewerben möchten, befindet (Liste Landesprüfungsämter). Als unverbindliche Orientierungshilfe kann jedoch gelten, dass die Rahmenprüfungsordnung für Diplompsychologie einen Studienumfang vorsah, der 270 ECTS entspricht, die ggf. auch in acht Semestern erbracht werden können.

Ich habe einen Master in Klinischer Psychologie absolviert. Erfülle ich damit die Zulassungsvoraussetzungen zur Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/in?

Es gibt aktuell keine gesetzliche Regelung der Frage, ob ein Abschluss in Bachelor-/ Masterstudiengängen, die nicht "Psychologie" benannt sind, als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/in ausreichend ist. Auch hier entscheidet das jeweilige Landesprüfungsamt, ob ein Master in "Klinischer Psychologie" oder ein anders benannter Master (z.B. Neurokognitive Psychologie) ausreicht, um die Zulassungskriterien für die Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/in zu erfüllen. Auskünfte hierüber erhalten Sie beim Landesprüfungsamt des Bundeslandes, in dem sich das Ausbildungsinstitut, bei dem Sie sich bewerben möchten, befindet (Liste Landesprüfungsämter). Wichtig ist bei "Bindestrich-Abschlüssen", dass Sie ein Modul im Fach "Klinische Psychologie/Psychotherapie" belegt haben.

Mein Diplom- oder Masterabschluss umfasst kein Modul (kein Abschlussfach) in Klinischer Psychologie bzw. Psychotherapie. Gibt es die Möglichkeit nachträglich Kurse in Klinischer Psychologie/Psychotherapie an einem Psychologischen Institut zu belege

"Nachholprüfungen" an Universitäten für separate Module - z.B. in Klinischer Psychologie oder Psychotherapie - sind aktuell nicht möglich. Hintergrund hierfür ist, dass es keinen Studiengang für einzelne Module gibt und die Kapazität der Studiengänge genau auf eine bestimmte Anzahl von Studierenden berechnet ist. Daher ist eine (Teil-)Zulassung für einzelne Module nicht möglich. Weiterhin fordert das aktuell gültige Psychotherapeutengesetz einen universitären Abschluss in Psychologie, der das Fach Klinische Psychologie umfasst. Inwieweit ein Landesprüfungsamt ein anschließend absolviertes Modul bzw. eine entsprechende Prüfung (außerhalb des Studiums) zulassen würde, ist derzeit nicht klar. Daher gibt es nach unseren Informationen aktuell keine entsprechenden Angebote.

Ich habe einen Bachelor- und/oder Masterabschluss (Psychologie; Klinische Psychologie; Rehabilitationspsychologie o.ä.) an einer (Fach-)Hochschule (nicht Universität) absolviert. Erfülle ich damit die Zulassungsvoraussetzungen zur Ausbildung zum/zu

Das Psychotherapeutengesetz fordert für die Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/in eine an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule bestandene Abschlussprüfung im Studiengang Psychologie, die das Fach Klinische Psychologie einschließt (bzw. einen gleichwertigen im Ausland erworbenen Studienabschluss). Mit Ausnahme der Bundesländer Sachsen-Anhalt und Brandenburg wird dementsprechend ein universitärer Masterabschluss in Psychologie als Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/in verlangt. Die meisten Landesprüfungsämter verlangen zudem, dass neben dem universitären Master dieser auch nur in Kombination mit einem universitären Bachelor in Psychologie anerkannt wird. Das bedeutet, dass in diesen Ländern (z.B. Berlin) die Kombination eines Bachelorabschlusses in Psychologie an einer (Fach-)Hochschule und ein nachfolgendes Masterstudium an einer Universität als Zugangsvoraussetzung nicht ausreicht. Hier ist es vor Aufnahme einer postgraduierten Ausbildung unbedingt notwendig - meist in Kooperation mit einem staatlich anerkannten Ausbildungsinstitute - im Zweifelsfall die jeweiligen Landesprüfungsämter mit einzuschalten und eine Prüfung der Zugangsvoraussetzungen zu veranlassen. Auskünfte hierüber erhalten Sie beim Landesprüfungsamt des Bundeslandes, in dem sich das Ausbildungsinstitut, bei dem Sie sich bewerben möchten, befindet (Liste Landesprüfungsämter).

Ich habe einen Bachelorabschluss in Sozialpädagogik. Erfülle ich damit die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/in?

Die aktuelle Gesetzeslage - das Psychotherapeutengesetz - fordert für die Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/in entweder eine im Inland an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule bestandene Abschlussprüfung im Studiengang Psychologie, die das Fach Klinische Psychologie einschließt, oder eine an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule bestandene Abschlussprüfung in den Studiengängen Pädagogik oder Sozialpädagogik (bzw. einen gleichwertigen im Ausland erworbenen Studienabschluss; § 5 Abs. 2 PsychThG). Für die Bachelor-/ Masterstudiengänge ist es aktuell vom jeweiligen Bundesland abhängig, ob ein Bachelor in einem (sozial-)pädagogischen Fach ausreicht, oder ob ein Masterabschluss gefordert wird. Auskunft hierüber geben die jeweiligen Landesprüfungsämter (Liste Landesprüfungsämter).

Zentrale Organisationen wie der Deutsche Psychotherapeutentag (DPT) sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Trägerverbände staatlich anerkannter Ausbildungsinstitute für Psychologische Psychotherapie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (BAG) fordern einen Masterabschluss als Zugangsvoraussetzung für die Kinder- und Jugendpsychotherapieausbildung (Erklärung für den Master).

Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie setzt einen Masterabschluss als Grundqualifikation für die Praktische Tätigkeit in psychiatrischen Kliniken im Rahmen der Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/in voraus.

Für Personen mit einem Bachelor- und Masterabschluss in Psychologie gelten die bereits für die Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/in genannten Kriterien.

Welche sonstigen Berufsabschlüsse gelten als Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/in?

Nach der aktuellen Gesetzeslage (§ 5 Abs. 2 PsychThG) wird für die Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/in entweder eine im Inland an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule bestandene Abschlussprüfung im Studiengang Psychologie, die das Fach Klinische Psychologie einschließt, oder eine an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule bestandene Abschlussprüfung in den Studiengängen Pädagogik oder Sozialpädagogik (bzw. ein gleichwertiger im Ausland erworbener Studienabschluss) gefordert.

Einige Landesprüfungsämter prüfen derzeit, ob Abschlüsse in Erziehungswissenschaft äquivalent zu einem Pädagogik-Abschluss sind und ob auch ein Abschluss in Sozialer Arbeit als äquivalent mit Sozialpädagogik betrachtet werden kann.